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Nürnberg im Jahre 1504: Peter Henlein wird beschuldigt, einen Schlosser im Laufe einer Rauferei getötet zu haben.
Daraufhin flüchtet er in ein Kloster, um dort Schutz vor Verfolgung zu erhalten. In einigen ruhigen Momenten kam ihm der Gedanke, ein kleines Zeitmessgerät zu bauen, welches immer am Körper getragen werden konnte. Er besorgte sich aus dem Kloster einen Bisamapfel (eine kleine kugelförmige an einer Kette hängende Dose, mithilfe der Düfte verströmt wurden) und benutzte diesen Behälter, um eine winzige Uhr darin zu transportieren. Henlein war selbst Schlosserlehrling und versuchte sich oft an der Herstellung von Uhren. Er war der erste, der es bewerkstelligte, das Uhrwerk und die Zugfeder dermaßen zu verkleinern, dass sie in kleinste Gehäuse passten. Somit war die erste Taschenuhr erfunden: die Bisamapfeluhr. Verwunderlich ist, dass sogar damals schon minimale Signaturen auf den von Henlein (und damals auch wirklich NUR von Henlein) angefertigten Taschenuhren vorhanden waren. Gerade in Nürnberg wurden Spezialwerkzeuge für feinmechanische Arbeiten (Feilen, Raspeln etc.) hergestellt. Mittlerweile kann man durch diese Signaturen genau feststellen, welche Uhren von Peter Henlein stammen müssen. Das mechanische Uhrwerk besteht aus einer Antriebsvorrichtung mit Aufzug, dem Zahnrad-Getriebe, der Anzeigeapparat, der Hemmung (Übertragung der Kraft der Zugfeder über das Räderwerk auf das Schwingsystem) und der Gangregelung. |
Die ersten Taschenuhren wurden nur mit einem Stundenzeiger gebaut, jedoch war man mit der Ungenauigkeit dieser Uhren unzufrieden, deswegen stattete man die folgenden Uhren (im 17. Jahrhundert) mit einem Stunden- und einem Minutenzeiger aus.
Die älteste Uhr in dieser Form nennt sich Dosenuhr. Sie ist dosen- oder trommelförmig und ihr Gehäuse besteht aus Messing. Es gibt ähnliche Uhren dieser Art, welche kreuz-, stern- oder totenkopfförmig sind. Die Savonette ist eine flache Uhr mit Sprungdeckel. Ohne Öffnen des Deckels sind Ziffernblatt und Zeiger nicht sichtbar. Bei der Halbsavonette ist der Deckel mit einem Fenster versehen, so dass auch ohne Aufklappen des Deckels die Zeit abgelesen werden kann. Die Lepine ist ganz und gar ohne Deckel ausgestattet und wird meist in der Brusttasche getragen. Bei der Flieger-Uhr ist das Ziffernblatt um 180° gedreht, da diese Uhr in einem Flugzeug über Kopf hängt. Mit der Erfindung des Taschenchronographen wurde es möglich, einen bestimmten Zeitabschnitt genau zu messen – eine Stoppuhr wurde erstmals in eine Taschenuhr eingebaut. Diese Taschenchronographen haben ein sehr präzises Uhrwerk und stellen somit den Höhepunkt in der Entwicklung der Taschenuhren dar. Doch gegen 1900 wurden die Taschenuhren allmählich durch Armbanduhren ersetzt. |
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